Liebe Gemeinde

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind
Als Kirchenmusiker kenne ich natürlich viele alte und neue Kirchenlieder. Viele mag ich, manche geben mir nichts. Das Inhaltliche vom Musikalischen zu trennen, fällt mir dabei oft schwer: Ist die Melodieführung oder Harmonie genial, ist es der Text vielleicht nicht. Oder beides ist schlicht, fast schon naiv. Und doch ist es genau eines dieser Lieder, das für mich seit Jahren die Antwort auf die Frage ist: Wo ist Gott eigentlich in meinem Leben? In meinem Tun? In meinem Musizieren?
Ausgerechnet das musikalisch sehr anspruchslose Lied beantwortet meine Fragen: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. So einfach der Text, so klar die Aussage!
Ich wurde in Heilig Geist getauft, empfing dort die erste Heilige Kommunion, wurde dort gefirmt (ja, das gab es jahrzehntelang!), unser Sohn Jonas war das letzte Kind, das dort die Erstkommunion feierte und mein Vater war der letzte, dessen Seelenamt in dieser Kirche begangen wurde. Nun ist das alles Geschichte. Wo ist denn nun „mein Gott“?
Und genau da gilt wieder dieser Liedtext: Gott ist überall da, wo Menschen sich in seinem Namen versammeln: Jetzt gemeinsam auf der Schützstraße. Heutzutage empfinde ich das nicht mehr nur im Gottesdienst, auch und besonders intensiv in unserem Gospelchor, beim Osterfeuer, bei jedem Fest und sogar in der Freitagskneipe!
Gemeinschaft mit und durch Gottes Gegenwart ist so vielfältig spürbar.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser ökumenisches Miteinander in nun noch näherer räumlicher Verbindung eine neue, gemeinsame Gemeinde schafft, denn Gott ist zugegen, wenn wir uns in seinem Namen versammeln, ob eher katholisch oder eher evangelisch: In jedem Fall mit ihm! Das zu wissen und zu spüren tut gut.
Christian Venjakob
Leitung des ökumenischen Gospelchores
Mitglied im Kirchenvorstand St. Peter und Paul